Dorothee Wiemers
Heilpraktikerin für Psychotherapie (HPG)
Gestalttherapeutin – traumainformierte Arbeit (Polyvagaltheorie)
Polyvagaltheorie
Die Polyvagaltheorie, die von dem Neurophysiologen Stephen Porges entwickelt wurde, beschreibt, wie unser autonomes Nervensystem fortlaufend bewertet, ob wir uns in einer Situation sicher oder bedroht fühlen. Diese Bewertung geschieht größtenteils unbewusst und beeinflusst maßgeblich, wie wir auf unsere Umwelt reagieren. Je nachdem, welche Signale von Sicherheit oder Gefahr wahrgenommen werden, aktiviert unser Nervensystem unterschiedliche Zustände, die mit bestimmten körperlichen, emotionalen und mentalen Erfahrungen verbunden sind.
Wenn unser Nervensystem ausreichend Sicherheit wahrnimmt, kann sich ein Zustand von innerer Ruhe und Verbundenheit einstellen. In diesem Zustand fällt es leichter, mit anderen Menschen in Kontakt zu sein, klar zu denken und flexibel auf Herausforderungen zu reagieren. Wird dagegen Unsicherheit oder Bedrohung registriert, aktiviert das Nervensystem Schutzstrategien. Diese können sich beispielsweise in erhöhter Anspannung, innerer Unruhe, verstärktem Funktionieren oder auch in Rückzug, Erschöpfung und dem Gefühl von Abgeschnittensein äußern.
Aus Sicht der Polyvagaltheorie sind diese Reaktionen keine Zeichen persönlicher Schwäche, sondern Ausdruck eines biologischen Schutzsystems. Das Nervensystem versucht, auf Grundlage früherer Erfahrungen möglichst schnell Sicherheit herzustellen. Muster wie Überverantwortung, starke Anpassung oder anhaltende Anspannung können auf diese Weise entstehen und sich über längere Zeit stabilisieren, auch wenn sie im aktuellen Leben nicht mehr hilfreich sind.
In der therapeutischen Arbeit wird daher der Frage besondere Aufmerksamkeit geschenkt, welche Erfahrungen von Sicherheit das Nervensystem machen kann. Durch achtsame Wahrnehmung von Körperempfindungen, Gefühlen und inneren Zuständen sowie durch unterstützende Beziehungserfahrungen können neue Erfahrungen von Regulation entstehen. Schritt für Schritt kann sich dadurch der Spielraum erweitern, in dem Menschen sich selbst und anderen wieder mit mehr Ruhe, Kontaktfähigkeit und innerer Stabilität begegnen können.

"Hopefulness lies in knowing that while early experiences shape the nervous system, ongoing experiences can reshape it."
Deb Dana
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